Der Schritt in die Zukunft – Eine angekündigte Evolution!

Text: Wolfgang Schaffer

Die Anthroposophische Gesellschaft in Österreich hat sich dazu entschlossen, in der Zeit vom 4.- 6. Juni 2022 einen internationalen Kongress unter der Bezeichnung Ost – West Wien 2022 in Wien anzuberaumen. Für diese Zeit haben wir das Konzerthaus Wien als Veranstaltungsort zur Gänze reserviert. Dieser Rahmen entspricht ungefähr den Verhältnissen von 1922.

Schon jetzt gibt es die konkrete Möglichkeit, sich durch den Teilkauf einer Eintrittskarte für den Kongress 2022 aktiv an dessen Realisierung zu beteiligen. Diese Anzahlung beträgt pro Teilnehmer 100€. Der Vollpreis wird voraussichtlich 220€ betragen.

Wenn sich bis Juni 2019 eine genügend große Anzahl von Menschen wirklich – das heißt durch eine Anzahlung von 100€ – für eine Teilnahme an dem Kongress interessieren, kann die Größenordnung beibehalten werden. Falls die zur Absicherung benötigte Anzahl bis zu diesem Zeitpunkt nicht erreicht wird, kommt ein entsprechend verkleinerter Rahmen in Betracht. Die angezahlten Beträge werden dann entweder zurückerstattet oder an die neuen Gegebenheiten angepasst.

Im Gegensatz zu Revolutionen, die aus der Not und Aussichtslosigkeit gesellschaftlicher Zustände oft unvermittelt und gewaltsam ausbrechen, hängt der Erfolg einer bewusst gewollten Evolution ganz von der Einsicht und der Entschlusskraft selbstverantwortlich handelnder Menschen ab. Wir hoffen mit dem dargestellten Vorhaben einen ersten zarten Lebenskeim als Kristallisationspunkt in die Welt zu setzen, der jetzt je nach Echo aus dem Umkreis wachsen und gedeihen kann.

Wer die Initiative «Ost-West Wien 2022» durch die Anzahlung einer Eintrittskarte oder mit einer Spende unterstützen will, wird gebeten, den entsprechenden Betrag auf das untengenannte Konto zu überweisen. Wir sind für jede Hilfe dankbar! Es ergeben sich auch jetzt schon fortlaufend Kosten.

Ost-West Wien 2022

Text: Wolfgang Schaffer

«Nach dem Osten muss der schlummernde Geist zu vollem Leben erweckt, nach dem Westen das geistlose Wirtschaften beseelt werden»1

Im Jahr 1922 fand in Wien der bis dahin größte öffentliche Kongress der Anthroposophischen Gesellschaft statt. Rund 2000 Menschen kamen in der Zeit um Pfingsten im goldenen Saal des Wiener Musikvereins zusammen, um Rudolf Steiner zu dem Thema «West – Östliche Weltgegensätzlichkeit – Wege zu ihrer Verständigung durch Anthroposophie» sprechen zu hören. Dazu gab es an zehn aufeinander folgenden Abendvorträgen reichlich Gelegenheit. Dieser Schwerpunkt wurde tagsüber durch Vorträge, Kurse und Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themen aus der Natur- und Geisteswissenschaft unter der Leitung von namhaften Wissenschaftlern aus dem Umkreis der Anthroposophischen Gesellschaft ergänzt. Dazu kamen noch künstlerische Veranstaltungen und Eurythmie. Der inhaltliche Bogen, den Rudolf Steiner im Rahmen seiner Ausführungen spannte, reicht von Naturwissenschaft, Psychologie, Geschichte, Geographie und Kosmologie über Pädagogik bis hin zu dem Gebiet der Soziologie mit den Aspekten sozialer Mängel, sozialer Hoffnungen und den «Kernpunkten der sozialen Frage». Wenn man sich in die Zusammenhänge vertieft, die Rudolf Steiner vor seinen Zuhörern vor fast 100 Jahren ausgebreitet hat, kann man über den Inhalt seiner Aussagen im Hinblick auf zukünftige Entwicklungen oft nur staunen. Der Weitblick lässt sich schwer mit herkömmlichen Mitteln erklären. Woher hatte Steiner zum Beispiel damals die Idee zu sagen: «Es muss wiederum eine Zeit kommen, wo jede Einzelheit des Lebens interessant wird. War sie früher interessant durch das, was sie als Objekt war, so wird sie für eine Zukunft interessant werden können, indem wir bei jedem einzelnen, was wir vollbringen, wissen können, wie es sich eingliedert in die soziale Ordnung der Menschheit. Wir werden, während wir früher auf das Produkt geschaut haben, jetzt auf den des Arbeitsprodukts bedürftigen Menschen schauen»2

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Ginko Biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
meinem Garten anvertraut,
gibt geheimen Sinn zu kosten,
wie’s den Wissenden erbaut.
Ist es ein lebendig Wesen,
das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
dass man sie als eines kennt?
Solche Fragen zu erwidern
fand ich wohl den rechten
Sinn: Fühlst Du nicht an meinen Liedern,
dass ich eins und doppelt bin?

Johann Wolfgang von Goethe